IBM 650
Electronic Data Processing Machine (EDPM)


Ankündigung: Juli 1953

IBM 650

Die IBM 650 war ein Allzweck-Computer mittlerer Leistung.
Initiiert wurde die Entwicklung 1948 durch das "Magnetic Storage Calculator Project"

Architektur

Gespeichertes Programm. Der Begriff "Architektur" war damals nicht bekannt!.

Anwendungsfelder:

Technische-,Wissenschaftliche und alle kommerziellen Anwendungen.

Markterfolg:

1550 Systeme wurden in den USA und in Europa in Sindelfingen und später in Greenock gebaut.


Details

 Hauptspeicher

650 Magnettrommel Hochgeschwindigkeitsmagnettrommelspeicher mit 40 Speicherbändern à 50 Worten mit je 10 Dezimalstellen und Vorzeichen. Der Magnettrommelspeicher erfüllt drei Funktionen:

1. Hauptspeicher mit 2000 Worten Kapazität in 2 von 5 Kodierung

2. Eingabe/Ausgabe-Pufferspeicher, maximal 3 mit je 10 Worten und    Vorzeichen, in 2 von 7 Kodierung.

3. Die primäre Zeitgebung für das Gesamtsystem

Adressierung

Ein 4-stelliges Adressregister steuert die Bandauswahl (statisch) und die Wortauswahl (dynamisch). Physisch rotiert die Speichertrommel mit 12.500 Umdrehungen pro Minute bei etwa 10 cm Durchmesser. Die primären Zeitgeberspuren sind so ausgelegt, daß eine dezimale Stelle in einem Intervall von 8 Mikrosekunden untergebracht ist. Entsprechend ergeben sich für ein Wort mit 10 dezimalen Stellen sowie dem Vorzeichen und einer „Schaltzeitstelle“ 12 mal 8 = 96 Mikrosekunden bezw. 96 mal 50 Worten gleich 4,8 Millisekunden pro Trommelumdrehung.



Logische Organisation IBM 650

650 Diagramm

 Gültigkeitsprüfung

Der Rechner-Datenfluß und alle Arbeitsregister sind 7 Bits "biquinär"- kodiert, bei jedem Datentranster erfolgt vollautomatisch eine Gültigkeitsprüfung auf die Bedingung "ein binär und ein quinär-Bit, nicht mehr und nicht weniger." Alle Konditionen, z.B. Übertrag/Nichtübertrag, Verzweigen/Nichtverzweigen usw. sind intern je getrennt dargestellt und ermöglichen so die volle Gültigkeitsprüfung. d.h. eine von zwei Konditionen muss aktiv sein, nicht weniger/nicht mehr.

Programmsteuerung:

Gespeichertes Programm, Einadressmaschine. Ab 1956 optional mit 3 Indexregistern.

- Instruktionsformat:
Operationskode 2-stellig. Operand 4-stellig und nächste sequentielle Adresse ebenso 4- stellig.

- Instruktionssatz:
Festkomma-Arithmetik, Gleitkomma-Instruktionssatz optional (ab 1956), Stellenversetzungsoperationen, Logische Operationen, Tabellenlesen und Eingabe/Ausgabe-Instruktionen.

 Arithmetische Einheit

Arithmetische Einheit:

- Akkumulator, 2 x 10 Stellen breit und Vorzeichen, unterer und oberer Teil adressierbar (8002 und 8003)

- Distributor. 10 Stellen breit und Vorzeichen, adressierbar (8001)

- Adder, 1 Stelle breit. d.h.die Addition erfolgt stellenseriell.

 Konfiguration

Kartenleser/-Stanzer 533 (1953)
Optional:
Drucker 407 S (1955), Lesestanzer 537 (1956).
Schneller Kartenleser IBM 543 und Kartenstanzer IBM 544 (1958).

Optional:
Magnetbandeinheit IBM 727 (max.6,1956), Magnetplatteneinheit IBM 355 (max.4,1957) und Indexregister (3,1965). Abfragestation IBM 838 (max.10,1957

Pufferung:

Kartenleser und Kartenstanzer, so wie Drucker und Abfragestation waren voll gepuffert und wurden auf Gültigkeit geprüft.


 Logik-Technologie

Logik-Technologie:

Vakuumröhren, Germaniumdioden und Komponenten sind auf Steckeinheiten montiert.
Latch als Logik-Speicherelement.
Alle Gatter (and,nand,o,nor) sind in Germaniumdiodentechnik ausgeführt. Register mit statischen Ausgängen sind als Latchregister, Register mit zyklischen Ausgängen als kapazitive Speicher ausgeführt.



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H.S.

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