Elektrische Schreibmaschinen

IBM ELECTROMATIC
Ankündigung: 1935

Das Ur-Modell dieser elektrischen Schreibmaschine ist 1920 von James F. Smathers konstruiert worden.

Vorteil: Der Kraftaufwand für den mechanischen Typenanschlag wird vermieden. Nachteil: Der Kaufpreis ist hoch. Nach einigen Zwischenstationen kommt im März 1933 die Electromatic Typewriters, Inc. zu IBM.

Die „Electromatic“ (Bild: Modell 01) wird 1935 auf den Markt gebracht. 1941 folgt die „Electromatic Executive“ (Modell 04) mit einer aufsehenerregenden Neuerung: der Proportional-Schrittschaltung. Beide kommen in moderner Gestaltung als IBM Standard (1948) und IBM Executive (1950) auf den deutschen Markt.

Die Kombination mit den IBM Diktiergeräten ergab eine Situation, die außerordentliche Bemühungen erforderte, um die neuen Möglichkeiten einer „Textverarbeitung“ beim IBM Kunden zu verwirklichen.

. Die „Textverarbeitung“ im DP-Bereich wurde seinerzeit vom „Word Processing“ im Schreibmaschinen-Bereich unterschieden.

Auf der Hannover-Messe 1962 wird eine revolutionäre Neuerung im Schreibmaschinen-Bereich vorgestellt: der IBM Selectric Typewriter.

Das neue Schreib-Element ist der
auswechselbare Kugelkopf.

IBM Kugelkopf

Die IBM Selectric bedeutet Abkehr von TypenSegment und Maschinenwagen. Der Zugewinn ist eine große Vielfalt von Schrift- Typen, z.B. für Fremdsprachen. Die leicht auswechselbare Farbband-Kassette und später das Korrektur-Band sind ein weiteres Plus


1962 wird der IBM Selectric I/O Writer angekündigt. Die Datenspeicherung auf Magnetbändern wird damit möglich. In der Datenverarbeitung wird das Terminal IBM 2741 zur direkten Ein- und Ausgabe am Computer verfügbar.

Die Selectric-Tastatur wird 1973 auch verwendet im heute nicht mehr erinnerten ersten Personal Computer der IBM, dem transportablen Tischcomputer SCAMP, Prototyp des IBM 5100.

Mit der IBM Selectric gibt es weitere Entwicklungen: die IBM Schreib-Systeme mit Speicherung auf Magnet-Band, Magnet-Karte und Diskette. Terminals jeglicher Art bei Banken, Sparkassen, im Einzelhandel, in Kaufhäusern, Warenhäusem und Einkaufs-Zentren werden möglich.



IBM Schreibmaschinen

IBM Standard

Modell A
Ankündigung: 1948

IBM Standard

Modell B
Ankündigung: 1954

IBM Executive

Modell A
Ankündigung: 1948

IBM Standard

Modell C
Ankündigung: 1959

IBM Selectric

Modell 72
Ankündigung: 1961

IBM Executive

Modell D
Ankündigung: 1967

IBM Standard

Modell D
Ankündigung: 1967










IBM Schreibsysteme

Die Technologie der IBM Selectric war die Herausforderung, an eine Weiterentwicklung zu denken: Speicherung von Texten. Damit Korrektur beim Schreiben und Bearbeitung oder wiederholte Verwendung von Texten möglich.

So wurde die MT/ST (Magnetic Tape/Selectric Typewriter) im Juni 1964 angekündigt.

1963, so ist berichtet, ergab eine Fünf-Jahr-Verkaufs-Schätzung 7.000 Systeme. Mit Hilfe von einfallsreichen Verkaufs-Strategien wurde ein Absatz von über 35.000 Systemen erreicht. Am beliebtesten von den vier Modellen war die MT/ST mit zwei Bandspeicher-Einheiten.

Die Weiterentwicklung hatte als Speicher eine Magnetkarte im Format der Lochkarte. 1976 wird berichtet: etwa 150.000 IBM Magne-tBand- und Magnet-Karten-Schreibmaschinen sind installiert, die einem geschätzten IBM-Marktanteil von 80 % entsprechen.

In der Zeit von 1965 bis 1980 entstanden eine Vielzahl von IBM Textverarbeitungs-Systemen. Im Rahmen des Office System/6 war Anfang 1977 der IBM Displaywriter das letzte Produkt dieser „Schreibmaschinen“- Entwicklung.

Mit dem IBM PC (IBM 5150) und den Text-Verarbeitungsprogrammen kam das Ende dieser Entwicklungen.

Die ganze Palette der Schreibmaschinen und Schreib-Systeme wurde im HzG restauriert und ist vorführfähig ausgestellt.

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F.W.Kistermann
Bild: HzG, Bild-Archiv